Plexuszyste

Plexuszyste

Bei einer Ultraschalluntersuchung untersucht der Frauenarzt sehr genau das ungeborene Kind, um eventuelle Fehlbildungen auszuschließen und zu kontrollieren, ob sich das Kind richtig entwickelt. Dies ist neben einem regelmäßigen CT mit die wichtigste Untersuchung während der Schwangerschaft. Wenn der Frauenarzt bei einer solchen Untersuchung eine Plexuszyste feststellt, ist dies für die weitere Schwangerschaft von Bedeutung, denn diese Struktur im Gehirn des Baby muss näher abgeklärt werden, um eine Behinderung auszuschließen. Zumeist harmlos geht man jedoch davon aus, dass beim Auftreten einer Plexuszyste eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Trisomie vorliegt.

Was ist eine Plexuszyste?

Als Plexuszyste oder auch Plexus-chorioideus-Zyste werden Strukturen im Gehirn eines ungeborenen Kindes bezeichnet. Meist harmlos finden sich diese zystenähnlichen Strukturen im Plexus chorioideus-Bereiches. Hierbei handelt es sich um ein venöses Adergeflecht, welches die vier kammerförmigen Ventrikel des Gehirns durchzieht. In diesem Geflecht wird die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit gebildet. Während der Entwicklung des Gehirns stülpt sich die weiche Hirnhaut ein und bildet dadurch diese Bereiche.

Eine Plexuszyste kann rund- oder eierförmig sein. Sie bildet sich als flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Gewebe. Sie können nur auf einer Seite des Gehirns entstehen oder auch beidseitig sowie an mehreren Stellen vorkommen und sie gehen meist alleine wieder weg. Sie sind von 0,3 mm bis zu 2 mm große Gebilde. Normalerweise sind Zysten völlig harmlos, jedoch können sie auch mit einer Chromosomenbesonderheit wie Trisomie 18 in Verbindung gebracht werden.

Plexuszyste als Hinweis auf Gendefekte

Normalerweise sind Plexuszysten harmlos und bis zur Geburt wieder verschwunden. Bei Ultraschalluntersuchungen im zweiten Schwangerschaftsdrittel mit einer intensiven Pränataldiagnostik werden solche Zysten bei 1 bis 2 Prozent der untersuchten Babys festgestellt. Ohne andere Auffälligkeiten weisen diese Zysten auf keine eigene Krankheit hin und sind bis zum Ende der Entwicklung wieder weg. Sie bilden sich von alleine zurück und haben keine Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des Baby und ziehen auch keine Behinderung nach sich. Nach der 28. Schwangerschaftswoche sind sie oft wieder verschwunden.

Jedoch wird bei 43 Prozent der untersuchten ungeborenen Kinder, bei denen eine Trisomie 18 festgestellt wird, ebenfalls eine Plexuszyste gefunden. Trisomie 18 ist das sogenannte Edwards-Syndrom, welches recht selten auftritt. Daher geht man davon aus, das bei dem vorfinden einer einseitig oder beidseitig liegenden Plexuszyste es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Trisomie gibt und aus diesem Grund sind das Vorfinden solcher Zysten von Bedeutung.

Welche Auswirkungen hat der Befund?

Neben dem CT finden auch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen des ungeborenen Babys statt. Wird bei der Ultraschalluntersuchung im Gehirn eine oder mehrere Plexuszysten festgestellt, empfiehlt sich eine anschließende Differentialdiagnose. Dabei werden durch einen Feinultraschall die Organe des Ungeborenen untersucht. Ebenfalls wird geraten, eine Echokardiographie oder auch Ultraschalluntersuchung des Herzens zu machen. Wenn diese Untersuchungen unauffällig sind, ist von weiteren Untersuchungen wie einer Fruchtwasseruntersuchung abzuraten. Das Risiko einer Fehlgeburt ist in dem Fall höher als eine eventuell vorliegende Chromosomenbesonderheit.

Gibt es allerdings weitere Auffälligkeiten bei den Organen, sind die Plexuszysten sehr groß oder bilden sich auch nach der 28. Schwangerschaftswoche nicht zurück, kann nach ausführlicher Beratung weitere Untersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung sowie Chromosomenuntersuchung vorgenommen werden, um eine eventuelle Trisomie 18 nachzuweisen.

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