Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Untersuchung der Schilddrüsenunterfunktion bei Schwangerer

Eine Schwangerschaft versetzt den Körper der Frau in einen hormonellen Ausnahmezustand. Auch die Schilddrüse ist davon betroffen. Die Schilddrüse kurbelt mithilfe der Hormone Trijodthyronin und Thyroxin den Stoffwechsel der werdenden Mutter an, um dem Organismus mehr Energie bereitstellen zu können. Über die Plazenta profitiert auch der Embryo von dieser erhöhten Hormonausschüttung und wird so in seiner physischen und geistigen Entwicklung unterstützt. Bleibt eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft unentdeckt oder wird zu spät erkannt, kann das erhebliche Folgen haben. So steigt zum Beispiel das Risiko einer Fehlgeburt erheblich. Auch das Risiko, dass das Kind eine geistige oder körperliche Behinderung entwickelt, wenn es mit zu wenig Schilddrüsenhormonen versorgt wird, steigt. 7 % aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden an einer Hypothyreose und wissen häufig nichts davon. Eine von 200 Schwangerschaften ist in der Folge von einer Schilddrüsenunterfunktion Schwangerschaft betroffen. Folgen hat es jedoch nicht nur für das Kind – auch das Risiko der Mutter in der Folge an Depressionen zu leiden steigt, wenn die Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft nicht richtig behandelt wird.

Wie die Schwangerschaft die Schilddrüse beeinflusst

Das Schwangerschaftshormon HCG regt die Schilddrüse dazu an bis zu 50% mehr Hormone zu produzieren. Für die Synthese der Hormone Trijodthyronin und Thyroxin benötigt die Schilddrüse jedoch Jod. Das bedeutet, dass der Jodbedarf der Schwangeren erheblich zunimmt. Die zusätzliche Einnahme von Jod um den Bedarf zu decken wird daher von Frauenärzten sehr häufig empfohlen. Ist die Schilddrüse entzündet, was eine häufige Ursache der Schuldrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft ist, hilft jedoch auch die Zusätzliche Einnahme von Jod nur bedingt.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft

Die Symptome sind mit Frösteln, Abgeschlagenheit und Konzentrationsstörungen leider nicht besonders eindeutig, da sie während der Schwangerschaft ohnehin häufig auftreten. Eine eindeutige Diagnose kann daher nur durch die Untersuchung des Hormonspiegels gestellt werden. Wenn in der Familie Schilddrüsenstörungen bekannt sind, wird eine solche Untersuchung dringend empfohlen. Auch Zyklusstörungen vor der Schwangerschaft können ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft sein. Gefährliche Folgen für das Kind muss man aber nur fürchten, wenn die Schilddrüsen Fehlfunktion zu spät erkannt wird. Wird die Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft rechtzeitig diagnostiziert und entsprechend eingestellt, ist das Risiko einer Behinderung oder Fehlgeburt nicht größer, als bei einer gesunden Schilddrüse.

Was mit der Schilddrüse nach der Schwangerschaft passiert

Ist die Schwangerschaft beendet, sinkt auch der Bedarf an Schilddrüsenhormonen wieder. Die gesunde Schilddrüse fährt die Produktion daher ganz von selbst wieder herunter. Ist die Funktion der Schilddrüse gestört, muss die Medikamentendosis entsprechend verändert werden. Doch nicht nur eine Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft hat Folgen. Auch nach der Entbindung, während der Stillzeit ist es wichtig, die Schilddrüsenfunktion zu überwachen und gegebenenfalls Medikamentös richtig einzustellen. Wenn du also schon während der Schwangerschaft auf Schilddrüsentabletten angewiesen sind, wird dein Arzt dich entsprechend darüber informieren, wie die Einnahme nach der Entbindung anzupassen ist.

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