Leistenbruch in der Schwangerschaft – was nun?

Leistenbruch in der Schwangerschaft – was nun?

Eine Schwangerschaft ist für jede Frau eine sehr intensive und unvergessliche Zeit. In diesem Artikel klären wir dich über ein Thema auf, über das viel zu wenig gesprochen wird: der Leistenbruch in der Schwangerschaft.

Leistenbruch in der Schwangerschaft ist gar nicht mal so selten. Einmal beim Sport zu viele Gewichte gehoben, einmal etwas Schweres falsch getragen – eine Leistenhernie ist schnell passiert. Du solltest dich in der Schwangerschaft schonen, aber nicht nichts tun. Ein Leistenbruch in der Schwangerschaft bedeutet nicht bis zur Geburt im Bett liegen zu müssen.

Symptome eines Leistenbruchs

Der Leistenbruch ist ein Eingeweidebruch durch eine Schwachstelle des Leistenkanal. Der Leistenbruch, die so genannte Leistenhernie, zählt neben Schenkel- und Nabelbruch zur häufigsten Hernie. Nicht selten gibt es einen Leistenbruch in der Schwangerschaft. In den ersten sechs Lebensmonaten tritt der Leistenbruch am häufigsten auf. Bei Erwachsenen zählt eine angeborene Schwäche der Bauchwand zu den häufigsten Ursachen, aber auch starkes Übergewicht kann dazu führen.

Aufgrund der lockeren Bauchmuskulatur und dem Druck in der Bauchhöhle, der mit fortschreitender Schwangerschaft immer stärker wird, ist eine Leistenhernie bei werdenden Müttern nicht selten.
Ein typisches Merkmal ist eine Wölbung in der Leiste. Häufig verspüren schwangere Frauen beim Husten oder Lachen einen Schmerz in der Leistengegend, der sich nach vorne unten bis zum Schambein ziehen kann. Hast du einen Leistenbruch in der Schwangerschaft, kann dein Arzt dir eine Krankschreibung ausstellen.

Behandlung

Normalerweise wird bei einem Leistenbruch operiert, da eine Leistenhernie sich nicht von allein auskuriert. Doch wenn du einen Leistenbruch in der Schwangerschaft erleidest, fragst du dich zurecht, ob eine Operation notwendig ist. Und wie gefährlich ist es für dein ungeborenes Kind?
Kein Arzt will eine schwangere Frau operieren, so entscheidet er über den Verlauf einer Behandlung bei werdenden Müttern individuell. Besteht eine akute Gefahr für die Patientin, treten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und starke Bauchschmerzen auf, wird es gefährlich und er muss operieren. Ansonsten wird ein Eingriff bis nach der Geburt, eventuell bis nach der Stillzeit verschoben. Danach ist weiterhin schonen das Programm, schwer heben ist nicht. Sport ist nach zwei bis drei Wochen in kleinem Rahmen erlaubt, so zum Beispiel Radfahren.

Wenn die Operation verschoben werden kann, muss die werdende Mutter ein Bruchband tragen, um gefährlichen Entzündungen vorzubeugen. Sprich mit deinem Arzt darüber, er wird dir bis zur Geburt eine Krankschreibung ausstellen. Für den Rest der Schwangerschaft ist schonen angesagt, was das Heben schwerer Dinge angeht. Spaziergänge oder walken gehen sind erlaubt.

Normale Geburt oder Kaiserschnitt?

Ein Leistenbruch in der Schwangerschaft bedeutet nicht Kaiserschnitt, eine normale Geburt ist durchaus möglich. Sollte der Bruch während der Entbindung größer werden, wird er danach behandelt. Also keine Sorge, denke während der Geburt deines Kindes nicht an den Leistenbruch in der Schwangerschaft, denke an das schönste Geschenk, das man sich nur wünschen kann. Denke an die Liebe, die du deinem Kind geben wirst, und an die Liebe, die du erhalten wirst.

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